Presse

Reaktionen zum SlutWalk Hamburg

Sammelpost für Reaktionen zum SlutWalk Hamburg in Presse, Blogs u.a.

Blogs

liron.de/blog – Gender equality is a bitch slut
fepix.wordpress.com – ganz schön viel Szene, ganz schön viel Presse…
rockshenandoah.blogspot.com – Gedanken zum Hamburger SlutWalk

Presse

Hamburger Morgenpost – Schlampen- Alarm in Hamburgs City
NDR Hamburg Journal – Der SlutWalk aus Hamburg (ab Minute 3:30)
Hamburger Abendblatt – Aufreizender Protest gegen Verharmlosung sexueller Gewalt (13.08.2011)
NDR.de – Marsch gegen sexuelle Gewalt
TAZ – Vereint gegen Sexismus
Kieler Nachrichten – 250 „Schlampen“ demonstrieren in Hamburg
Hamburger Abendblatt – Protest mit Minirock und Lippenstift (15.08.2011)

Reaktionen zum SlutWalkUnited Grrrlmany

ttt-titel thesen tempramente – Spaßdemo gegen Sexismus – Der „Slutwalk“, Marsch der Schlampen“, stellt die Emanzipationsfrage
Ruhrbarone – Stell dir vor es ist Slutwalk…
ZEIT Online – Hunderte Frauen demonstrieren gegen sexuelle Gewalt
Tagesschau.de – „SlutWalks“ in Deutschland. Aufstand der selbsternannten „Schlampen“
RTL Aktuell – SlutWalk Berlin

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Pressemitteilung vom 13.08.2011

Pressemitteilung des Hamburger SlutWalk-Bündnisses NO MEANS NO!

Heute haben etwa 1500 Menschen in Hamburg gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen demonstriert. Die Aussage eines Polizeibeamten in Toronto am 24.01.2011, dass Frauen sich nicht wie Schlampen anziehen sollten um so nicht zu Opfern sexualisierter Gewalt zu werden, hatte eine weltweite Protestwelle ausgelöst, die ausgehend von Toronto rasant über den ganzen Globus ging.

Auch in Deutschland fand heute, am 13.08.2011, in 13 verschiedenen Städten – darunter Hamburg, Berlin, Bielefeld, Frankfurt am Main, Münster, Leipzig, München, Münster, Ruhr, Köln, Freiburg, Bad Oldesloe und Stuttgart – ein SlutWalk statt. Zudem auch in Milwaukee und Washington D.C.

Es war ein kraftvoller, friedlicher und bunter Protest für das Recht auf Selbstbestimmung in Bezug auf Aussehen, Kleidung, Geschlecht und Sexualität. Solidarisch gingen in Hamburg aber auch anderen Städten Homosexuelle, Dragkings und Dragqueens, Frauen in Minirock oder Sporthose, und sich mit den SlutWalk-Zielen solidarisch erklärende heterosexuelle Männer auf die Straße. Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt aller Art sind ein Ausdruck von Machtausübung und haben nichts mit der Kleidung, dem Verhalten oder dem Aussehen der davon betroffenen Person zu tun. Nichts von diesem Mythos ist wissenschaftlich haltbar. Auch wenn sich der 13.08. nun dem Ende zuneigt ist der Protest noch lange nicht beendet. Es muss sich noch viel verändern, es gibt immer noch keine Gleichstellung von Frauen und Männern, Homosexuellen und Heterosexuellen, sowie sich zwischen den Geschlechtern definierenden Menschen wie Transgendern, Transsexuellen oder Intersexuellen. All diese Menschen sind tagtäglich mit Sexismus und sexualisierter Gewalt konfrontiert, weil sie Frauen, homosexuelle Männer oder Frauen, oder sich darüber hinaus geschlechtlich definierende Menschen sind und gesellschaftlich nicht akzeptiert werden. Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der wir konsensuell lieben können, wie und wen wir wollen, konsensuell begehren können, wen immer wir möchten, uns kleiden dürfen wie wir möchten, ohne dafür diskriminiert und gewalttätig angegangen zu werden.

„Ich hoffe, dass der SlutWalk einen Reflektionsprozess über Diskriminierungen und sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen, Schwulen und Lesben und sich zwischen den Geschlechtern definierenden Menschen anstößt, der dazu führt, dass wir ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben leben können.“ so Anna Rinne, eine der Mitorganisator_innen des SlutWalks in Hamburg. „Wir werden weiter für unser Recht auf Selbstbestimmung und Gleichstellung kämpfen, der SlutWalk ist noch lange nicht beendet“, so Anna Rinne weiterhin.

Slutwalk-Bündnis Hamburg NO MEANS NO! am 13.08.2011

Pressemitteilung vom 08.08.2011


Pressemitteilung des SlutWalk-Bündnisses Hamburg

NO MEANS NO! Gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigungsmythen und -verharmlosung! Für Selbstbestimmung in Bezug auf Geschlecht und Sexualität.

Vor wenigen Monaten (am 03.04.2011) entstand in Toronto eine weltweite Emanzipationsbewegung, die unter dem Namen SlutWalk mittlerweile als die erfolgreichste feministische Aktion der vergangenen 20 Jahre diskutiert wird. Auslöser war eine Bemerkung eines Polizeibeamten am 24.01.2011 im Rahmen eines Sicherheitstrainings an der York Universität, der den Ratschlag gab, Frauen sollten sich nicht wie Schlampen anziehen, wenn sie nicht zu Opfern sexueller Übergriffe werden wollten: „women should avoid dressing like sluts in order not to be victimized”. Dies löste in Toronto und dann auch bald weltweit eine wütende Protestwelle aus, wie auf der Homepage des SlutWalks Toronto in einer ständig aktualisierten Auflistung der Länder und Städte eindrucksvoll gelesen werden kann (http://www.slutwalktoronto.com/satellite). Die Bemerkung des Polizisten hat das Fass an Demütigungen offenbar zum Überlaufen gebracht, das schon lange zu voll war.

Auch in Deutschland wächst seit mehreren Wochen entschiedener und überregionaler von verschiedenen Gruppen und Organisationen, aber auch Künstler_innen getragener Protest. Das Ziel der SlutWalk-Bewegung ist, sich Selbstbestimmung in Bezug auf Körper, Geschlecht, Aussehen, Sexualität und Begehren zu erkämpfen und sich gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen wieder entschieden stark zu machen. SlutWalks kämpfen gegen das Klima an, das von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen für Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe verantwortlich macht. Sexualisierte Gewalt ist ein Akt der Machtausübung und hat nichts mit dem Aussehen, der Kleidung oder dem Ort zu tun, an dem sie ausgeübt wird. Es ist ein altes Märchen, dass bestimmte Formen von Kleidung, Aussehen oder Verhaltensweisen Vergewaltigungen provozieren würden, das nur den Tätern nützt und diese schützt, die davon Betroffenen hingegen isoliert und ihnen die Schuld zuweist. Tatsache ist, dass es keinen Zusammenhang zwischen Kleidung und Vergewaltigungen gibt und dass außerdem die meisten Täter aus dem direkten Umfeld der betroffenen Person kommen (Familie, Bekannte, Arbeitsplatz, z. B.) und keine Fremden sind, die die jeweilige Person spontan in die Büsche zerren. Sexuelle Übergriffe sind kein Ausdruck von unkontrollierbarem sexuellem Verlangen, sondern resultieren in allererster Linie aus dem Bedürfnis, Macht auszuüben.

„Bei der SlutWalk-Bewegung geht es nicht darum, endlich mal halbnackt durch die Stadt laufen zu dürfen. Es geht vielmehr darum, dass wenn Personen halbnackt durch die Stadt laufen würden, es nicht ihre Schuld ist, wenn ihnen Gewalt angetan wird. Die Schuld liegt immer und eindeutig bei den Gewalt-Ausübenden. Das muss endlich unumstrittener Konsens werden, ebenso wie die Definitionsmacht darüber, ab wann Gewalt angetan wird bei den davon Betroffenen liegen muss.“, so Anna Rinne, eine der SlutWalk-Organisator_innen in Hamburg.

Tatsache ist, dass nicht nur Frauen sexualisierte Übergriffe erleben müssen und es bei den SlutWalks nicht nur um die Rechte von Frauen geht. Es geht auch um Menschen, die sich zwischen den Geschlechtern definieren oder diesbezüglich nicht eindeutig zugeordnet werden können, wie Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle. Sie sind massiven Anfeindungen in Form von sexualisierter Gewalt ausgesetzt, weil sie zum Beispiel nicht eindeutig als Mann oder Frau auftreten. Oder auch Homosexuelle, die aufgrund ihrer Kleidung oder ihrem Auftreten lesben- und schwulenfeindlich motivierte sexualisierte Gewalt erleben müssen. So trauen sich manche Homosexuelle auch hier in Hamburg nicht aus Angst vor daraus folgender sexualisierter Gewalt, sich ihrem Wunsch gemäß zu kleiden oder zu schminken. Auch hier geht es nicht um die Kleidung, sondern wieder um Machtausübung durch Gewalt und Demütigungen. Menschen werden aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sozialen und ethnischen Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Sexualität diskriminiert. Persönliche Grenzen, die nur die betroffene Person für sich selbst definieren kann, werden dabei überschritten und den Betroffenen wird oft die Schuld an der Tat gegeben. Mit dem SlutWalk wollen wir auf all diese Missstände aufmerksam machen und uns entschieden dagegen wehren, weltweit, und am 13.08.2011 Deutschlandweit, so auch in Hamburg.

In Hamburg werden wir uns am 13.08.2011 um 15 Uhr am Hachmannplatz einfinden um den SlutWalk mit einer Auftaktkundgebung einzuläuten, um 17 Uhr wird es eine kurze Zwischenkundgebung am Gänsemarkt geben, um 18:30 Uhr die Abschlusskundgebung am S-Bahnhof Sternschanze.

Hinkommen können nicht nur Frauen, Homosexuelle oder sich zwischen den Geschlechtern definierende Menschen, sondern alle, die sich gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt positionieren und hinter den Zielen des SlutWalks stehen.

Eine bestimmte Kleiderordnung als Teilnahmevoraussetzung gibt es nicht, alle sollen sich so kleiden wie sie sich wohlfühlen.

Wir haben es satt in einem System zu leben, das sexualisierte Gewalt, Übergriffe und Belästigungen verharmlost, legitimiert und den Betroffenen die Schuld gibt! Deswegen kommt und wehrt euch laut und vielfältig gegen Sexismus, Trans*-, Homo- und Queerphobie und seid am 13.08. dabei.

Weitere Informationen sind auf unserem Blog (http://slutwalkhamburg.blogsport.de) zu finden, sowie auf Facebook (http://www.facebook.com/SlutWalkHamburg) und Twitter (http://twitter.com/slutwalkhamburg).

- SlutWalk-Bündnis Hamburg – NO MEANS NO! –