Reaktionen zum SlutWalk Hamburg

Sammelpost für Reaktionen zum SlutWalk Hamburg in Presse, Blogs u.a.

Blogs

liron.de/blog – Gender equality is a bitch slut
fepix.wordpress.com – ganz schön viel Szene, ganz schön viel Presse…
rockshenandoah.blogspot.com – Gedanken zum Hamburger SlutWalk

Presse

Hamburger Morgenpost – Schlampen- Alarm in Hamburgs City
NDR Hamburg Journal – Der SlutWalk aus Hamburg (ab Minute 3:30)
Hamburger Abendblatt – Aufreizender Protest gegen Verharmlosung sexueller Gewalt (13.08.2011)
NDR.de – Marsch gegen sexuelle Gewalt
TAZ – Vereint gegen Sexismus
Kieler Nachrichten – 250 „Schlampen“ demonstrieren in Hamburg
Hamburger Abendblatt – Protest mit Minirock und Lippenstift (15.08.2011)

Reaktionen zum SlutWalkUnited Grrrlmany

ttt-titel thesen tempramente – Spaßdemo gegen Sexismus – Der „Slutwalk“, Marsch der Schlampen“, stellt die Emanzipationsfrage
Ruhrbarone – Stell dir vor es ist Slutwalk…
ZEIT Online – Hunderte Frauen demonstrieren gegen sexuelle Gewalt
Tagesschau.de – „SlutWalks“ in Deutschland. Aufstand der selbsternannten „Schlampen“
RTL Aktuell – SlutWalk Berlin

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8 Antworten auf „Reaktionen zum SlutWalk Hamburg“


  1. 1 Hanne 15. August 2011 um 1:15 Uhr
  2. 2 slutwalkhamburg 15. August 2011 um 10:38 Uhr

    Super Danke! Nehmen wir gleich in die Liste mit auf.

  3. 3 Birgit 15. August 2011 um 12:18 Uhr

    Und die gute alte BILD natürlich (immerhin kommt die Botschaft der Demo richtig rüber)…

  4. 4 Bibi 16. August 2011 um 15:23 Uhr

    ab 9.55h hat rtl aktuell in der Abendausgabe des Demotages aus Berlin berichtet

  5. 5 hamburgerin 18. August 2011 um 22:54 Uhr

    Mir ist klar, dass der „Schlampenmarsch“ mit Schwerpunkt auf Kleidungsfrage sehr medienwirksam ist. Und ich finde es gut, dass das Thema sexuelle Gewalt überhaupt in die Öffentlichkeit kommt.

    Ich würde aber sehr gerne wissen, was Euer Ziel bei der Veranstaltung ist.

    Ich möchte mich nicht als Schlampe oder Flittchen nennen – auch zum Spaß oder als Selbstironie nicht. Meine Würde ist mir wichtig.

    Und ich fühle mich als Vergewaltigungsopfer durch Eure Demospruch „whatever we wear, whereever we go, yes means yes and no means no“ sehr verletzt.

    Bei dem Strafverfahren wurde mir nämlich zur Last gelegt, dass ich nicht Nein gesagt hatte. (Kleidung hingegen war nie Thema.)

    Dieser Demospruch ist daher ein Schlag ins Gesicht für mich.

    Mir ist es wichtig, dass eine solche Veranstaltung nicht zu einer weiteren Stigmatisierung der Vergewaltigungsopfer führt.

    Daher bitte ich um eine Stellungsnahme, wie Ihr zu Vergewaltigungsopfern und auch generell zum Thema Vergewaltigung steht.

  6. 6 slutwalkhamburg 19. August 2011 um 0:25 Uhr

    Hallo Hamburgerin,

    Vergewaltigung und Vergewaltigungsopfer waren ein zentrales Thema des SlutWalk Hamburg. Es geht uns vorallem darum, uns dagegen zu wehren, dass Opfer von sexuellen Übergriffen und sexueller Gewalt immernoch für die Tat verantworlich oder mitschuldig gemacht werden.

    - aus unserer Pressemitteilung vom 08.08.: „Das Ziel der SlutWalk-Bewegung ist, sich Selbstbestimmung in Bezug auf Körper, Geschlecht, Aussehen, Sexualität und Begehren zu erkämpfen und sich gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen wieder entschieden stark zu machen. SlutWalks kämpfen gegen das Klima an, das von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen für Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe verantwortlich macht. Sexualisierte Gewalt ist ein Akt der Machtausübung und hat nichts mit dem Aussehen, der Kleidung oder dem Ort zu tun, an dem sie ausgeübt wird.“

    Die Kleidung ist dabei nur ein Punkt der immer wieder angeführt wird.
    - aus unserer Pressmitteilung vom 08.08.: „Es ist ein altes Märchen, dass bestimmte Formen von Kleidung, Aussehen oder Verhaltensweisen Vergewaltigungen provozieren würden, das nur den Tätern nützt und diese schützt, die davon Betroffenen hingegen isoliert und ihnen die Schuld zuweist.“

    Wir hatten auf der Demo dazu auch zwei Redebeiträge, vom Frauenhaus und vom Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen, die sich hauptsächlich um diese Thema drehten. Den Redebeitrag des Notrufs findest du unter „Redebeiträgen“ auf unserer Webseite.

    Zu dem Demo Spruch “ Whate ever we wear …“ das ist natürlich eine sehr verkürzte Aussage, die leider auch so interpretiert werden kann, wie sie gar nicht gemeint ist. Der Slogan zielt eher auf das Konsensprinzip ab, wonach beide Parter_innen intimen Handlungen ausdrücklich zustimmen müssen. Gleichzeitig aber auch die Ablehnung, in welcher Form auch immer sie zu Ausdruck gebracht wird, respektiert und ihr entsprochen wird.
    - aus unserem Bündnisredebeitrag auf dem SlutWalk: „„Nein heißt Nein“/ „No means No“. Das bedeutet, dass ein einfaches Nein genügen muss, um die Grenzen des_der anderen zu wahren. Ein Nein kann auch Stille sein, ein kleines Kopfschütteln oder eine abwehrende Bewegung. Alles was kein eindeutiges Ja ist, heißt Nein!“

    Uns war und ist es sehr wichtig, dass Betroffene von sexueller Gewalt nicht weiter stigmatisiert werden. Das ist wie gesagt ein zentrales Anliegen des SlutWalk im allgemeinen und natürlich auch der des SlutWalk Hamburg.

    Ich hoffe ich konnte deine Frage zufriedenstellend Beantworten.

  7. 7 hamburgerin 19. August 2011 um 1:23 Uhr

    Vielen Dank für die Antwort.

    Das Problem ist, dass diese Differenzierung bei der Demo überhaupt nicht rüberkommt, und nur der leider sehr missverständliche Demospruch im Gedächtnis haften bleibt.

    Die Passanten und auch viele Demoteilnehmer hören ja nur den Demospruch und nicht die Redebeiträge. Auch die Presse greift nur das Thema Kleidung auf („egal wie wir uns kleiden, möchten wir nicht belästigt werden“), weil das einfach ist.

    Wenn Ihr den Demospruch so meint, wie Du es jetzt schilderst, dann müsste der Spruch korrekterweise heißen: „kein Ja bedeutet Nein“.

    Der Redebeitrag vom Frauennotruf ist fachlich sehr gut, allerdings hat mich auch dort gestört, dass es zum Schluss steht: „Und im Grunde ist es doch wirklich einfach und unmissverständlich: Nein heißt nein.“

    So einfach ist es für Opfer eben nicht.

    Viele Täter in Machtpositionen insbesondere im Abhängigkeitsverhältnis haben nämlich ein sehr gutes Gespür für schüchterne Opfer, welche gerade in so einer unerwarteten Situation nicht Nein sagen können, und nutzen das aus. Es ist ja nicht so, als ob der Täter das Opfer vorher fragt, ob es Sex haben will – sondern der Täter hat z.B. das Opfer schon eingesperrt bevor das Opfer überhaupt realisiert hat, was der Täter vorhat.

    Daher ist dieses „Nein“ Problem für Opfer ein viel existenzielleres Problem als die Kleidungsfrage.

    Wenn man z.B. das Urteil des Bundesgerichtshofs sieht:

    „Die knappen Feststellungen, nach denen der Angeklagte der
    Nebenklägerin die Kleidung vom Körper gerissen und gegen deren
    ausdrücklich erklärten Willen den Geschlechtsverkehr durchgeführt
    hat, belegen auch nicht die Nötigung des Opfers durch Gewalt. Das
    Herunterreißen von Kleidung allein reicht zur Tatbestandserfüllung nicht aus.“ (BGH 3 StR 172/06 – Beschluss vom 22. Juni 2006)

    Das Urteil zeigt, dass es nicht mal um „Schuldzuweisung für die Vergewaltigung“ geht. Sondern, eine solche Tat ist in Deutschland schlicht und einfach per Gesetz (noch) nicht strafbar.

    Das finde ich viel empörender als Sicherheitstipps eines kanadischen Polizisten bezüglich Kleidung.

  8. 8 Elisabeth 19. August 2011 um 14:58 Uhr

    Hallo Slutwalker und Slutwalkerinnen,
    ich war zusammen mit meinem 6-jährigen Sohn Jonny auf dem Walk und er trug ein knallgelbes Schild mit den Worten „Ich bin ein Junge mit langen Haaren und will dafür keine blöden Sprüche hören“. Er hat dafür sehr viel postive Rückmeldung auf dem Slutwalk bekommen und dafür will ich euch Danke sagen. Das hat ihm sehr gut getan und er hatte ganz viel Spaß daran, dass es mal einen Ort gibt, wo er so, wie er ist, „cool“ ist und nicht „anders“ oder „falsch“ – ein tolles Gegengewicht zu den sonstigen, oft echt bescheuerten Reaktionen auf seine Frisur. Auch hat es ihm sehr gefallen zu sehen, dass es noch viele andere Menschen gibt, die irgendwie „anders“ aussehen und das als ihr gutes Recht begreifen. Er hat mich gleich am nächsten Tag gefragt, wann wir wieder demonstrieren gehen.
    Wir sind nächstes mal wieder da!

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