Pressemitteilung vom 13.08.2011

Pressemitteilung des Hamburger SlutWalk-Bündnisses NO MEANS NO!

Heute haben etwa 1500 Menschen in Hamburg gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen demonstriert. Die Aussage eines Polizeibeamten in Toronto am 24.01.2011, dass Frauen sich nicht wie Schlampen anziehen sollten um so nicht zu Opfern sexualisierter Gewalt zu werden, hatte eine weltweite Protestwelle ausgelöst, die ausgehend von Toronto rasant über den ganzen Globus ging.

Auch in Deutschland fand heute, am 13.08.2011, in 13 verschiedenen Städten – darunter Hamburg, Berlin, Bielefeld, Frankfurt am Main, Münster, Leipzig, München, Münster, Ruhr, Köln, Freiburg, Bad Oldesloe und Stuttgart – ein SlutWalk statt. Zudem auch in Milwaukee und Washington D.C.

Es war ein kraftvoller, friedlicher und bunter Protest für das Recht auf Selbstbestimmung in Bezug auf Aussehen, Kleidung, Geschlecht und Sexualität. Solidarisch gingen in Hamburg aber auch anderen Städten Homosexuelle, Dragkings und Dragqueens, Frauen in Minirock oder Sporthose, und sich mit den SlutWalk-Zielen solidarisch erklärende heterosexuelle Männer auf die Straße. Vergewaltigungen und sexualisierte Gewalt aller Art sind ein Ausdruck von Machtausübung und haben nichts mit der Kleidung, dem Verhalten oder dem Aussehen der davon betroffenen Person zu tun. Nichts von diesem Mythos ist wissenschaftlich haltbar. Auch wenn sich der 13.08. nun dem Ende zuneigt ist der Protest noch lange nicht beendet. Es muss sich noch viel verändern, es gibt immer noch keine Gleichstellung von Frauen und Männern, Homosexuellen und Heterosexuellen, sowie sich zwischen den Geschlechtern definierenden Menschen wie Transgendern, Transsexuellen oder Intersexuellen. All diese Menschen sind tagtäglich mit Sexismus und sexualisierter Gewalt konfrontiert, weil sie Frauen, homosexuelle Männer oder Frauen, oder sich darüber hinaus geschlechtlich definierende Menschen sind und gesellschaftlich nicht akzeptiert werden. Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der wir konsensuell lieben können, wie und wen wir wollen, konsensuell begehren können, wen immer wir möchten, uns kleiden dürfen wie wir möchten, ohne dafür diskriminiert und gewalttätig angegangen zu werden.

„Ich hoffe, dass der SlutWalk einen Reflektionsprozess über Diskriminierungen und sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen, Schwulen und Lesben und sich zwischen den Geschlechtern definierenden Menschen anstößt, der dazu führt, dass wir ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben leben können.“ so Anna Rinne, eine der Mitorganisator_innen des SlutWalks in Hamburg. „Wir werden weiter für unser Recht auf Selbstbestimmung und Gleichstellung kämpfen, der SlutWalk ist noch lange nicht beendet“, so Anna Rinne weiterhin.

Slutwalk-Bündnis Hamburg NO MEANS NO! am 13.08.2011


1 Antwort auf „Pressemitteilung vom 13.08.2011“


  1. 1 ganz schön viel Szene, ganz schön viel Presse und eine gelungene Demo – der Slutwalk in Hamburg | fepix Pingback am 02. Oktober 2011 um 22:06 Uhr
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